Der Sünchinger Sommerkeller und seine einzigartige Geschichte

Den Sünchinger Sommerkeller gibt es seit über 261 Jahren - Areal steht unter Denkmalschutz

 

Bild: Damaliger Vorgarten des Sünchinger Sommerkellers

 

Wenn man von Sünching Richtung Geiselhöring fährt, gelangt man auf der Staatsstraße 2111 über eine wunderschöne Baumallee zum Ortsteil Hardt, wo sich der Sünchinger Sommerkeller befindet.

Das denkmalgeschützte Areal kann auf sein über 261-jähriges Bestehen zurückblicken. Bereits 1625 wurde die Schlossbrauerei Sünching gegründet, 1758 der Sünchinger Sommerkeller errichtet und und 1972 die Brauereirechte an die Schlossbrauerei Eichhofen veräußert, welche seit 1692 Bier braut.

Das Gelände des Sommerkellers hat seinen Ursprung in der Schlossbrauerei Sünching, wonach das 100 Meter lange Tonnengewölbe unterhalb des Gebäudekomplexes für die Bierlagerung bestimmt war. Das Bier wurde in großen Fässern (bis 4.000 Liter Inhalt) von der neben dem Schloss gelegenen Brauerei meist mit Ochsengespannen angefahren und gelagert. Dort wurde das Bier auch in wirtshausgerechten kleinen Fässern von 10 bis 50 Liter abgezogen.

In dem Gewölbekeller, in dem sich drei Eisschütten befinden, wurde in der Zeit ohne Elektrizität das Bier der Schlossbrauerei Sünching gekühlt. Hierzu wurde im Winter vom Schlossweiher Eis geschnitten und zum Sommerkeller transportiert. Auszugehen ist ferner, dass im Erdgeschossbereich die Bierfässer gereinigt, gepecht und auch angefertigt sowie zwischengelagert wurden.

Der Braumeister Philipp Leuchtl hatte über den Gewölben eine gastliche Stätte geschaffen. Sowohl von Regensburg, als auch von Straubing aus wurden um die Wende zum 20. Jahrhundert Sonderzüge nach Sünching eingesetzt, damit auch die Bevölkerung aus den benachbarten Städten am Sommerkeller - einem Ort der Begegnung - einkehren und das süffige Bier in geselliger Runde verkosten konnte. Dabei diente der Pavillon (Turm) im Erdgeschoss als Verkaufsstand für Brotzeiten und im Obergschoss spielte eine zünftige Blasmusik auf. Der Eingang zum Tonnengewölbe wurde als Getränkeausschank genutzt.

Aus alten Postkarten ist ersichtlich, dass sich der ursprüngliche Biergarten am Fuße des Kopfbaus befand, wobei zudem der Innenhof später sogar durch eine offene Tanzfläche im Freien genutzt wurde.

Bis 1961 hatten die umliegenden Wirte, welche das Bier der Schlossbrauerei Sünching bezogen, rollierend an den Wochenenden das Schankrecht am Sommerkeller. Erst 1962 zog mit dem damaligen Förster Georg Six ein fester Pächter ein, welcher dann zusammen mit Emil Hebauer aus Dürnhart die Veranstaltung "Sünchinger Taubenmarkt" ins Leben rief, um auch im Herbst und Winter, wo die Hauptumschlagszeit für Tauben war, für einen zusätzlichen Umsatz zu sorgen. Das war der Anfang des Sünchinger Taubenmarktes.

In 2005 erwarb der heutige Besitzer des Sommerkellers Albert Brauneiser jun. das denkmalgeschütze Areal. Bis Oktober 2009 hatte dieser die Gastwirtschaft verpachtet. Der letzte Pachtvertrag am Sünchinger Sommerkeller endete zum 31. Dezember 2009. Erst 2011 konnte durch das Aufstellen eines Doppelcontainers eine adäquate Bewirtung mit sanitären Anlagen hergestellt werden.

Bis heute in das Jahr 2019 hat sich seitdem nichts mehr daran geändert. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt wird vergebens versucht, eine Gesamtlösung für das Gebäude zu finden. Bisher ohne Erfolg.

Ob der Sünchinger Sommerkeller der Nachwelt erhalten werden kann, ist fraglich. Der Sünchinger Sommerkeller wird weit über die Landkreisgrenzen hinweg besucht, er liegt im Trend der Zeit, ist ein Ort der Begegnung mit Tradition und Brauchtum.

 

Bildergalerie

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Der Sünchinger Sommerkeller damals

 

Der Eiskeller heute